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Wenn Filme nach Suppe, Sushi und heißem Kaffee schmecken

Es gibt kaum etwas, das Menschen so zuverlässig verbindet wie ein gutes Essen. Eine Mahlzeit kann trösten, Streit auslösen, Erinnerungen wecken oder eine ganze Region in einem Gericht bündeln. Darum bleiben Essensszenen im Kino oft lange hängen: der Spaghetti-Kuss aus «Susi und Strolch», die Cannoli aus «Der Pate», die Teller in «Die Sopranos» oder die Kochpassage in «The French Dispatch».

Noch spannender wird es, wenn Essen nicht nur Dekoration ist, sondern das Herz der Geschichte. Dann geht es um Handwerk, Familie, Stolz und die Frage, warum ein sorgfältig zubereitetes Gericht mehr erzählen kann als viele Dialoge. Diese sieben Filme passen zu einem Abend, an dem Tee zieht, Kaffee duftet und nach dem Abspann bestimmt Appetit bleibt.

«Babettes Fest» – ein Bankett als stilles Wunder

In «Babettes Fest» führt alles auf ein einziges Mahl hin. Die Pariserin Babette, gespielt von Stéphane Audran, lebt 14 Jahre bei zwei Schwestern, nachdem sie dort Zuflucht gefunden hat. Als sie im Lotto gewinnt, steckt sie ihr Geld in ein prächtiges Essen für die Schwestern und ihre Gemeinde. Wein, Käse, Schildkrötensuppe, Blinis Demidoff und Cailles en Sarcophage werden zu mehr als Luxus auf Tellern. Der Film beobachtet das Kochen und Essen ruhig, fast andächtig, bis aus einem Abendessen eine innere Veränderung wird.

«Big Night» – Brüder, Risotto und ein riskanter Abend

Italienische Restaurants tauchen in vielen Filmen auf, doch «Big Night» macht eines davon fast zur ganzen Bühne. Secondo, gespielt von Stanley Tucci, will das gemeinsame Lokal retten. Sein Bruder Primo, verkörpert von Tony Shalhoub, kocht kompromisslos und versteht nicht, warum Gäste seine feinen Gerichte ablehnen. Die Hoffnung ruht auf dem angekündigten Besuch von Louis Prima. Zwischen Komik und Melancholie erzählt der Film von Einwanderung, Familie und Primos Timballo, einem geschichteten Pasta-Wunder mit Fleisch und Eiern.

«Kiss the Cook – So schmeckt das Leben!» – Kochen gegen den Stillstand

Jon Favreaus Film beginnt mit einem Koch, der in einem Restaurant feststeckt, das seine Kreativität erstickt. Carl Casper verliert nach einer harten Kritik die Beherrschung. Die Szene ist komisch, aber auch verletzlich: Hier spricht jemand, der Kochen als Ausdruck seiner Persönlichkeit versteht. Der Film stellt Essen als Handwerk und Kunst nebeneinander. Ein Restaurant braucht Gäste, ein Koch aber auch Raum für Ideen.

In den schnellen Kochsequenzen sieht man, wie sehr Casper im Zubereiten aufblüht. Solche Genussfilme funktionieren besonders gut, wenn man sie nicht nebenbei laufen lässt; bei HDRezka passt diese Art von Kino eher zu einem langen Abend mit etwas Warmem in der Tasse als zu hastigem Zappen.

«Eat Drink Man Woman» – Familie am gedeckten Tisch

Ang Lee verbindet in «Eat Drink Man Woman» familiäre Nähe mit üppiger Kochkunst. Im Mittelpunkt steht die Familie Zhu in Taipei. Der Vater, früher ein angesehener Koch, bereitet für seine drei Töchter aufwendige Mahlzeiten zu, während alle mit Liebe, Arbeit, Tradition und dem Wandel der taiwanischen Gesellschaft ringen. Die Essen sind ein Ritual, das die Familie wieder an einen Tisch zwingt. Schon die Eröffnung mit Fisch, Gemüse und köchelnder Brühe macht deutlich, wie eng Geschmack und Gefühl zusammenhängen.

«Jiro und das beste Sushi der Welt» – Perfektion in zehn Sitzen

Die Dokumentation über Jiro Ono zeigt einen Meister, für den Sushi keine Arbeit, sondern Lebensform ist. In seinem kleinen Restaurant Sukiyabashi Jiro in einer Tokioter U-Bahn-Station verfolgt er mit ruhiger Strenge ein Ziel: jedes Stück besser zu machen als das vorherige. Zehn Plätze, drei Michelin-Sterne und eine Konzentration, die jede Bewegung wichtig wirken lässt. Der Film fragt zugleich, was Perfektion kostet, wie ein Vermächtnis entsteht und wie Jiros Söhne mit diesem Anspruch leben.

«Ratatouille» – jeder kann kochen, aber nicht jeder traut sich

Der Satz, dass jeder kochen kann, trägt «Ratatouille» von Anfang bis Ende. Pixar schenkt diese Idee Remy, einer Ratte mit feinem Geschmack und großer Bewunderung für den Pariser Meisterkoch Auguste Gusteau. Ausgerechnet ein Tier, das in keiner Küche willkommen wäre, versteht Essen besser als viele Menschen. Der Film feiert Paris, französische Küche und die Magie, die entsteht, wenn Geschmack und Erinnerung zusammenfallen. Anton Egos Rückkehr in die Kindheit nach einem Teller Ratatouille fasst das wunderbar zusammen.

«Tampopo» – Ramen als wildes Abenteuer

Juzo Itamis «Tampopo» nennt sich selbst Ramen-Western, und diese Mischung passt erstaunlich gut. Eine verwitwete Imbissbesitzerin will ihre Nudelsuppe verbessern, nachdem ein Lastwagenfahrer mit ihrem Essen unzufrieden ist. Daraus entsteht eine verspielte Reise durch die Welt des Genusses, mit kleinen Episoden und skurrilen Abzweigungen. Besonders schön ist die Szene, in der ein alter Mann einem Schüler erklärt, wie man eine Schüssel Ramen richtig würdigt: Nicht nur das Kochen zählt, sondern auch die Aufmerksamkeit beim Essen.

Was nach dem Abspann bleibt

Appetit als Erinnerung

Alle sieben Filme zeigen Essen als etwas, das weit über Nährwert hinausgeht. Ein Bankett kann Frieden stiften, Pasta kann Brüder verbinden, Sushi kann ein Lebenswerk sein und ein Teller Ratatouille kann eine verschlossene Erinnerung öffnen. Gerade deshalb bleiben diese Geschichten so sinnlich.

Für ruhige Abende gemacht

Am besten wirken solche Filme ohne Eile. Eine Kanne Tee, ein frischer Kaffee oder ein kleiner Teller auf dem Tisch reichen schon, um den Ton zu treffen. Danach sieht man die eigene Küche vielleicht nicht völlig anders, aber ein wenig aufmerksamer bestimmt.